Kann man Rosmarin als Bodendecker pflanzen?
Überlegen Sie, ob sich Rosmarin als Bodendecker für Ihren Garten eignet? Suchen Sie nach einer duftenden, immergrünen und pflegeleichten Lösung für sonnige und trockene Stellen? Die Antwort ist ein klares Ja, aber der Erfolg hängt entscheidend von der Wahl der richtigen Sorte ab.
Ja, aber nur mit den richtigen Sorten
Wenn Sie an Rosmarin denken, haben Sie wahrscheinlich den klassischen, aufrecht wachsenden Küchenstrauch vor Augen. Dieser wird bis zu zwei Meter hoch und eignet sich wunderbar als Solitärpflanze, aber nicht als flächiger Bodendecker. Für einen dichten, grünen Teppich benötigen Sie eine ganz andere Wuchsform: den kriechenden Rosmarin.
Klassischer Strauchrosmarin: Für die Fläche ungeeignet
Der gewöhnliche Rosmarin (Salvia rosmarinus) wächst als verholzender Strauch in die Höhe. Seine Zweige sind steif und streben nach oben. Würden Sie versuchen, ihn als Bodendecker zu nutzen, entstünde eine lückenhafte und unordentliche Fläche, die schnell verkahlt. Er ist einfach nicht dafür gemacht, den Boden zu bedecken.
Kriechender Rosmarin: Der ideale Bodenteppich
Im Gegensatz dazu wachsen kriechende oder hängende Rosmarinsorten flach am Boden entlang. Ihre Triebe sind flexibler und breiten sich seitlich aus, anstatt in die Höhe zu schießen. Sie bilden einen dichten, aromatischen Teppich, der den Boden zuverlässig bedeckt und Unkraut unterdrückt. Diese Sorten sind die perfekte Wahl für Ihr Vorhaben.
Die besten Rosmarinsorten für einen flachen Wuchs
Nicht jeder Rosmarin ist gleich. Für einen erfolgreichen Bodendecker kommt es auf die richtige Genetik an. Zwei Sorten haben sich besonders bewährt und sind ideal, um mediterranes Flair in Ihren Garten zu bringen.
Rosmarinus officinalis 'Prostratus'
Diese Sorte ist der unbestrittene Klassiker unter den Bodendecker-Rosmarinen. 'Prostratus' bedeutet wörtlich "niederliegend". Er wird nur etwa 10 bis 20 Zentimeter hoch, kann sich aber bis zu anderthalb Meter in die Breite entwickeln. Seine Triebe hängen auch wunderschön über Mauerkronen oder aus Hochbeeten herab und bilden malerische Kaskaden.
Rosmarinus officinalis 'Haifa'
Die Sorte 'Haifa' ist eine weitere ausgezeichnete Wahl. Sie gilt als besonders wüchsig und robust. Mit ihrem dichten, teppichartigen Wuchs schließt sie Flächen schnell und zuverlässig. Ihre Nadeln sind intensiv aromatisch, sodass Sie auch bei diesen aromatischen Bodendeckern nicht auf das typische Rosmarinaroma verzichten müssen.
Der ideale Standort: So fühlt sich Ihr Rosmarin wohl
Kriechender Rosmarin ist ein Kind des Südens. Er stellt klare Anforderungen an seinen Standort. Wenn Sie diese erfüllen, wird er Sie mit kräftigem Wuchs und geringem Pflegeaufwand belohnen.
Sonne, Sonne und nochmals Sonne
Der Standort kann nicht sonnig und warm genug sein. Ein vollsonniger Platz an einer nach Süden ausgerichteten Hauswand, auf einer Böschung oder in einem Steingarten ist perfekt. Im Halbschatten wird der Rosmarin kümmerlich wachsen und anfällig für Krankheiten sein. Er gehört zu den mediterranen Pflanzen, die die Hitze lieben.
Der Boden: Mager, trocken und durchlässig
Staunässe ist der größte Feind des Rosmarins. Er benötigt einen Boden, aus dem Wasser blitzschnell abfließen kann. Ideal ist ein magerer, sandig-kiesiger oder schotteriger Untergrund. Schweren Lehmboden müssen Sie unbedingt verbessern, indem Sie großzügig Sand, Splitt oder Kies einarbeiten, um die Drainage zu gewährleisten.
Kriechrosmarin richtig pflanzen: Schritt für Schritt
Die Pflanzung legt den Grundstein für einen gesunden und dichten Rosmarinteppich. Mit ein paar einfachen Schritten sorgen Sie für einen optimalen Start.
Der richtige Pflanzabstand
Damit die Fläche schnell zuwächst, ist der Abstand entscheidend. Planen Sie etwa 10 bis 12 Pflanzen pro Quadratmeter ein. Das mag anfangs etwas viel erscheinen, sorgt aber dafür, dass sich schnell ein geschlossener Teppich bildet und Unkraut keine Chance hat.
Vorbereitung und Pflanzung
Der beste Zeitpunkt für die Pflanzung ist das Frühjahr nach den letzten Frösten. Lockern Sie den Boden tiefgründig auf und arbeiten Sie bei Bedarf reichlich Sand oder feinen Kies ein. Setzen Sie die Pflanzen so tief in die Erde, wie sie auch im Topf standen. Nach dem Einpflanzen gut angießen, damit die Wurzeln Bodenschluss bekommen.
Pflege und Überwinterung
Einmal etabliert, ist kriechender Rosmarin extrem pflegeleicht. Er kommt mit Trockenheit bestens zurecht und benötigt kaum zusätzliche Nährstoffe.
Gießen und Düngen
Weniger ist hier eindeutig mehr. Gießen Sie nur in extrem langen Trockenperioden. Auf eine Düngung können Sie in der Regel komplett verzichten, da der Rosmarin nährstoffarme Böden bevorzugt.
Winterschutz ist entscheidend
Kriechender Rosmarin ist nur bedingt winterhart, meist bis etwa -12 °C. In raueren Lagen oder bei Kahlfrösten ist ein Winterschutz unerlässlich. Decken Sie die Pflanzen locker mit Tannenreisig oder einem atmungsaktiven Vlies ab. Diese Schutzschicht bewahrt sie vor dem Austrocknen durch Wintersonne und eiskalten Wind. Diese Vorsichtsmaßnahme ist bei vielen winterharten Stauden in kalten Regionen ratsam.
Kreative Ideen für Ihren Garten
Ein Teppich aus kriechendem Rosmarin ist nicht nur praktisch, sondern auch ein echter Hingucker. Er bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.
- Im Steingarten: Zwischen Felsen und auf kargen Böden fühlt sich Rosmarin besonders wohl. Die blauen Blüten bilden einen wunderbaren Kontrast zu hellem Gestein.
- An Trockenmauern: Pflanzen Sie den Rosmarin auf die Mauerkrone und lassen Sie seine Triebe malerisch herabhängen. Das sorgt für ein mediterranes und lebendiges Bild.
- Als duftende Einfassung: Ein schmaler Streifen Kriechrosmarin entlang eines Gartenweges verströmt bei jeder Berührung seinen herrlichen Duft.
- In Kombination: Er harmoniert perfekt mit anderen trockenheitsliebenden Pflanzen wie Lavendel, Thymian oder verschiedenen Sedum-Arten.
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