Welche Gräser bindet man zusammen? Ein praktischer Leitfaden
Fragst du dich auch, welche Gräser man im Herbst zusammenbinden sollte, um sie sicher durch den Winter zu bringen? Bist du unsicher, warum das bei manchen Sorten eine gute Idee ist und bei anderen nicht? Wir erklären dir einfach und praktisch, worauf es ankommt, damit deine Ziergräser im nächsten Frühling wieder kraftvoll austreiben.
Warum das Zusammenbinden von Gräsern im Winter wichtig ist
Das Zusammenbinden ist mehr als nur eine kosmetische Maßnahme. Es ist ein wichtiger Teil der winterlichen Gartenpflege und schützt deine Pflanzen auf zwei wesentliche Arten.
Schutz vor Nässe und Fäulnis
Hohe Ziergräser haben ein empfindliches Herz. Das ist der Punkt in der Mitte der Pflanze, aus dem im Frühjahr die neuen Halme sprießen. Wenn im Winter Regen und Schnee ungehindert in die offene Mitte der Pflanze eindringen, sammelt sich dort Feuchtigkeit. Diese ständige Nässe, kombiniert mit Frost und Tauwetter, kann dazu führen, dass das Herz der Pflanze fault. Bindest du die Halme zu einem Schopf zusammen, wirkt dieser wie ein kleines Reetdach. Das Wasser perlt an der Außenseite ab und das Innere bleibt trocken und geschützt.
Stabilität gegen Schneelast und Wind
Ein dicker, nasser Schneemantel kann einiges wiegen. Die Last drückt die Halme von hohen Gräsern oft flach zu Boden, wo sie knicken oder abbrechen können. Auch starker Winterwind kann den Pflanzen zusetzen. Ein zusammengebundener Schopf ist deutlich stabiler und widerstandsfähiger. Er fängt weniger Wind und bietet dem Schnee eine kompaktere Angriffsfläche, wodurch die Struktur der Pflanze erhalten bleibt.
Welche Ziergräser solltest du zusammenbinden?
Nicht jedes Gras braucht diesen Winterschutz. Die Notwendigkeit hängt stark von der Wuchsform und der Art des Grases ab. Eine einfache Regel hilft dir bei der Entscheidung.
Die Faustregel: Hohe, sommergrüne Gräser
Grundsätzlich bindest du alle hohen, horstbildenden Ziergräser zusammen, deren Blätter im Herbst vertrocknen. Diese sommergrünen Sorten ziehen ihre Nährstoffe für den Winter in die Wurzeln zurück. Die oberirdischen Halme sterben ab, bleiben aber als natürlicher Schutzmantel stehen.
Konkrete Beispiele aus unserem Sortiment
Zu den klassischen Kandidaten für das Zusammenbinden gehören einige der beliebtesten Gartengräser. Dazu zählen vor allem das imposante Chinaschilf (Miscanthus sinensis) in all seinen Varianten und das beliebte Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides). Auch das hohe Pampasgras (Cortaderia selloana) profitiert enorm von diesem Schutz, da es besonders empfindlich auf Winternässe reagiert. Diese und viele weitere robuste Ziergräser findest du direkt bei uns aus der Gärtnerei.
Welche Gräser du nicht zusammenbinden solltest
Manche Gräser solltest du im Winter bewusst in Ruhe lassen. Das Zusammenbinden würde ihnen mehr schaden als nützen.
Immergrüne und wintergrüne Sorten
Gräser, die auch im Winter ihr Laub behalten, also immergrün oder wintergrün sind, werden nicht zusammengebunden. Dazu gehören zum Beispiel der Blauschwingel (Festuca glauca) oder verschiedene Seggen-Arten (Carex). Diese Pflanzen betreiben auch an milden Wintertagen weiterhin Photosynthese und benötigen dafür Licht und Luft.
Warum das Binden hier schaden kann
Würdest du immergrüne Gräser zusammenbinden, nimmst du ihnen das lebenswichtige Licht. Unter dem dichten Blätterdach staut sich Feuchtigkeit, was schnell zu Schimmel und Fäulnis führen kann. Lass diese Gräser also einfach so stehen, wie sie sind. Sie sind von Natur aus an die winterlichen Bedingungen angepasst.
Der richtige Zeitpunkt für das Zusammenbinden
Das Timing ist entscheidend. Binde deine Gräser im Spätherbst zusammen, meist im November. Ein guter Anhaltspunkt ist, wenn die ersten leichten Nachtfröste aufgetreten sind, aber bevor der erste Schnee fällt oder langanhaltende Regenperioden einsetzen. Die Halme sollten bereits vergilbt und trocken sein, aber noch flexibel genug, um sie ohne zu brechen bündeln zu können.
Anleitung: Gräser richtig zusammenbinden
Das Zusammenbinden selbst ist unkompliziert und schnell erledigt. Mit dem richtigen Material und ein paar Handgriffen schützt du deine Pflanzen optimal.
Schritt 1: Das richtige Material wählen
Verwende unbedingt ein natürliches, atmungsaktives Material. Gut geeignet sind Jutekordel, Sisalband oder Kokosseil. Verzichte auf Plastikbänder oder Draht. Diese Materialien schnüren die Halme ein, verhindern die Luftzirkulation und können bei Feuchtigkeit zu Fäulnis führen.
Schritt 2: Das Gras zu einem Schopf formen
Umfasse die Pflanze mit beiden Armen und sammle alle Halme locker zu einem aufrechten Schopf. Bei sehr dichten oder stacheligen Gräsern kann das Tragen von Gartenhandschuhen angenehm sein.
Schritt 3: Fest, aber nicht zu straff binden
Wickle die Kordel auf etwa zwei Dritteln der Höhe mehrmals um den Schopf. Ziehe sie fest genug an, damit der Bund hält, aber nicht so straff, dass die Halme gequetscht werden. Ein einfacher Knoten genügt, um alles sicher zu fixieren.
Und was passiert im Frühling?
Wenn die Gefahr von starkem Frost im Frühjahr vorüber ist, meist Ende Februar oder Anfang März, kannst du die Kordel einfach durchschneiden. Kurz darauf schneidest du die alten, trockenen Halme des Grases etwa eine Handbreit über dem Boden ab. So schaffst du Platz und Licht für den kräftigen Neuaustrieb.
Entdecke die passenden Ziergräser für deinen Garten
Ob du nun ein hohes Chinaschilf als Sichtschutz suchst oder mit dem flauschigen Lampenputzergras Akzente setzen möchtest, bei uns findest du eine große Auswahl an gesunden und kräftigen Ziergräsern. Alle Pflanzen stammen direkt aus unserer eigenen Gärtnerei und kommen frisch und vital bei dir an, bereit für ein langes Leben in deinem Garten.