Welche Stauden hassen Bienen? Pflanzen, die Bienen meiden und warum
Fragen Sie sich, welche Stauden Bienen regelrecht zu hassen scheinen? Oder möchten Sie ganz bewusst einen Sitzplatz im Garten oder auf dem Balkon gestalten, an dem es etwas weniger summt und brummt? Die Antwort hat selten etwas mit Hass zu tun, sondern vielmehr mit der Biologie der Pflanzen und den Bedürfnissen der Insekten. Wir erklären Ihnen, welche Pflanzen Bienen instinktiv meiden und warum das so ist.
Warum Bienen manche Stauden nicht „hassen“, sondern meiden
Wenn eine Biene an einer Blüte vorbeifliegt, trifft sie keine emotionale Entscheidung. Ihr Handeln wird von einem uralten Instinkt gesteuert: der Suche nach Nahrung. Für Bienen bedeutet das vor allem Nektar als Energiequelle und Pollen als proteinreiche Nahrung für den Nachwuchs. Pflanzen, die beides nicht bieten können, werden schlichtweg ignoriert. Es ist also kein aktives „Hassen“, sondern eher ein pragmatisches links liegen lassen. Man könnte es mit einem Supermarkt vergleichen, dessen Regale leer sind – da gehen Sie auch nicht hinein.
Dabei ist ein wichtiger Punkt zu beachten: Die hier genannten Pflanzen sind in der Regel nicht giftig oder schädlich für Bienen. Sie sind für die fleißigen Insekten einfach nur uninteressant und bieten keinen Mehrwert. Es gibt im Wesentlichen drei Hauptgründe, warum eine Pflanze für eine Biene unattraktiv ist.
Kategorie 1: Gefüllte Blüten – Schönheit ohne inneren Wert
Gefüllte Blüten sind das Ergebnis langer züchterischer Arbeit mit dem Ziel, möglichst prachtvolle und üppige Blüten zu erschaffen. Dabei werden die Staubblätter und Nektarien, also die Fortpflanzungsorgane der Pflanze, in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt. Das Ergebnis ist optisch oft beeindruckend, für Bienen aber eine herbe Enttäuschung.
Was sind gefüllte Blüten?
Stellen Sie sich eine klassische Rose vor, die so dicht mit Blütenblättern gefüllt ist, dass die Mitte nicht mehr sichtbar ist. Genau das ist eine gefüllte Blüte. Der Weg zum ersehnten Nektar und Pollen ist für Bienen und andere Bestäuber blockiert. Die Blüte mag wunderschön aussehen, ist aber aus Sicht eines Insekts eine verschlossene Tür zu einer leeren Speisekammer. Viele Wildbienen und auch Honigbienen versuchen es gar nicht erst, wenn sie eine solche Struktur erkennen.
Beispiele für Stauden mit gefüllten Blüten
In den Gärten finden sich viele dieser Zuchtformen. Achten Sie besonders auf gefüllte Varianten von Dahlien, vielen modernen Rosenzüchtungen oder Chrysanthemen. Auch bei Pfingstrosen und manchen Nelkensorten gibt es Sorten, die für Bienen wertlos sind. Wenn Sie unsicher sind, hilft ein einfacher Blick: Sehen Sie in der Blütenmitte deutlich die gelben Staubgefäße? Dann ist die Chance hoch, dass die Pflanze bienenfreundlich ist.
Kategorie 2: Exotische Züchtungen – Keine Nahrung für heimische Bienen
Viele unserer beliebtesten Beet- und Balkonpflanzen sind über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte auf bestimmte Eigenschaften hin optimiert worden: leuchtende Farben, lange Blühdauer oder eine besondere Wuchsform. Leider ging das oft auf Kosten der Nektar- und Pollenproduktion.
Warum bieten manche Zuchtformen keinen Nektar und Pollen?
Der Klassiker auf vielen deutschen Balkonen, die Geranie (botanisch Pelargonium), ist ein Paradebeispiel. Sie blüht unermüdlich den ganzen Sommer, produziert aber kaum bis gar keinen Nektar. Ähnlich verhält es sich mit vielen Stiefmütterchen oder Tulpen. Diese Pflanzen investieren ihre gesamte Energie in die Optik, nicht in die Versorgung von Insekten. Für heimische Bienen, die an die Flora ihrer Umgebung angepasst sind, sind solche Pflanzen schlichtweg Fremdkörper ohne Nährwert.
Kategorie 3: Intensive Düfte – Wenn ätherische Öle zur Barriere werden
Was für uns Menschen oft angenehm riecht, kann für Bienen eine echte Herausforderung sein. Manche Pflanzen produzieren starke ätherische Öle, die Insekten abschrecken oder zumindest irritieren.
Wie starke Gerüche Bienen irritieren
Stellen Sie sich vor, Sie betreten einen stark parfümierten Raum – es fällt schwer, andere Gerüche wahrzunehmen. Ähnlich geht es Bienen in der Nähe von intensiv duftenden Kräutern. Der starke Duft von Pflanzen wie Minze, Thymian oder Basilikum überdeckt die feinen Blütensignale anderer Pflanzen in der Umgebung. Dieser olfaktorische „Lärm“ kann Bienen verwirren und sie davon abhalten, in der Nähe nach Futter zu suchen.
Beispiele für stark duftende Stauden und Kräuter
Besonders Kräuter sind für ihre intensiven Düfte bekannt. Dazu gehören verschiedene Arten von Minze, Eukalyptus, aber auch Küchenkräuter wie Rosmarin und Thymian. Diese Pflanzen sind zwar für uns nützlich, aber als Nahrungsquelle für Bienen spielen sie kaum eine Rolle.
Praktischer Nutzen: So gestalten Sie eine bienenarme Zone
Das Wissen über bienenunfreundliche Pflanzen können Sie gezielt für sich nutzen. Wenn Sie auf Ihrer Terrasse, Ihrem Balkon oder an einem Sitzplatz im Garten ungestört sitzen möchten, können Sie dort bewusst Pflanzen setzen, die Bienen meiden. Dies ist keine Garantie, aber es kann die Anziehungskraft des Bereichs für Bienen deutlich verringern.
Strategische Pflanzenauswahl für Sitzbereiche
Eine Bepflanzung mit Geranien in den Balkonkästen oder Kübeln ist eine klassische und effektive Methode. Ergänzen Sie dies mit einigen Töpfen duftender Kräuter. Eine Kombination aus Geranien und zum Beispiel Pfefferminze oder Lavendel in der Nähe des Tisches sieht nicht nur gut aus, sondern schafft eine Umgebung, die für Bienen weniger attraktiv ist.
Die bessere Wahl: Entdecken Sie bienenfreundliche Stauden
Wenn Ihr Ziel jedoch ein lebendiger, summender Garten ist, der vor Leben nur so sprüht, dann sollten Sie genau das Gegenteil tun. Ein Garten voller bienenfreundlicher Pflanzen ist nicht nur ein wertvoller Beitrag zum Naturschutz, sondern auch ein faszinierendes Schauspiel.
Merkmale bienenfreundlicher Stauden
Bienenfreundliche Stauden erkennen Sie meist an ihren einfachen, offenen Blüten, bei denen die Staubgefäße gut sichtbar sind. Heimische Wildstauden sind oft eine besonders gute Wahl, da sie perfekt an die Bedürfnisse unserer heimischen Wildbienen angepasst sind. Auch viele blühende Heckenpflanzen wie die Weigelie oder der Liguster sind wahre Bienenmagnete.
Unsere Empfehlungen für einen summenden Garten
Für einen Garten, der Bienen und andere nützliche Insekten anzieht, empfehlen wir eine vielfältige Mischung aus Stauden, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. So finden die Tiere von Frühling bis Herbst immer eine Nahrungsquelle. Zu den Favoriten gehören unter anderem:
- Salbei (Salvia)
- Sonnenhut (Echinacea und Rudbeckia)
- Fetthenne (Sedum)
- Lavendel (Lavandula)
- Katzenminze (Nepeta)
Stöbern Sie durch unser Sortiment an Gartenpflanzen und entdecken Sie die Vielfalt, die Ihren Garten in ein Paradies für Bienen verwandelt.
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