Was verträgt Lavendel nicht? Die 6 häufigsten Fehler
Fragen Sie sich, warum Ihr Lavendel im Garten nicht so recht gedeihen will? Oder möchten Sie von Anfang an alles richtig machen, damit die Pflanze ihre volle Pracht entfaltet? Lavendel ist eigentlich eine robuste und pflegeleichte Pflanze, doch einige typische Fehler nimmt er Ihnen schnell übel. Wir zeigen Ihnen, welche Bedingungen und Pflegemaßnahmen Sie unbedingt vermeiden sollten, damit Ihr Lavendel gesund und blühfreudig bleibt.
Der größte Feind: Staunässe und nasse Füße
Wenn es eine Sache gibt, die Lavendel auf den Tod nicht ausstehen kann, dann ist es Staunässe. Stellen Sie sich die sonnigen, trockenen und steinigen Hänge am Mittelmeer vor, denn genau das ist seine Heimat. Seine Wurzeln sind darauf spezialisiert, sich in kargen, gut durchlüfteten Böden festzuhalten. Stehen sie dauerhaft im Wasser, wie es in schweren, lehmigen Böden oft der Fall ist, bekommen sie keinen Sauerstoff mehr und beginnen zu faulen. Das ist das sichere Ende für die Pflanze.
Sorgen Sie daher immer für eine exzellente Drainage. Ist Ihr Gartenboden sehr dicht, mischen Sie vor dem Pflanzen großzügig Sand oder kleinen Kies unter die Erde. Im Topf ist eine Drainageschicht aus Blähton oder Tonscherben am Boden unerlässlich. Gießen Sie zudem lieber seltener, aber dafür durchdringend, und lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben immer gut abtrocknen.
Falscher Boden: Wenn die Erde zu schwer oder sauer ist
Das Thema Staunässe hängt eng mit der Bodenbeschaffenheit zusammen. Lavendel liebt es mager, mineralisch und kalkhaltig. Humusreiche Blumenerde, wie man sie für viele andere Gartenpflanzen verwendet, ist für ihn ungeeignet. Sie speichert zu viel Wasser und enthält oft zu viele Nährstoffe. Auch saure Böden, wie sie in der Nähe von Nadelwäldern oder in Moorgebieten vorkommen, sind problematisch. Der Lavendel kann dort Nährstoffe nicht richtig aufnehmen und kümmert vor sich hin.
So verbessern Sie Ihren Boden
Der ideale Boden für Lavendel ist sandig-lehmig und hat einen neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert. Sie können schweren Boden ganz einfach aufwerten, indem Sie ihn mit Sand und etwas Gartenkalk anreichern. So schaffen Sie die perfekten Bedingungen für einen gesunden und aromatisch duftenden Lavendel, wie Sie ihn aus unserem Sortiment kennen.
Zu wenig Sonne: Ein Platz im Schatten
Lavendel ist ein Kind der Sonne, durch und durch. Er benötigt die volle Kraft der Sonnenstrahlen, um seine ätherischen Öle zu bilden, die für den intensiven Duft verantwortlich sind. Ein Platz im Halbschatten oder gar im tiefen Schatten ist für ihn eine Qual. Dort wird er lange, dünne und kraftlose Triebe bilden, kaum Blüten ansetzen und anfälliger für Krankheiten sein. Mindestens sechs, besser noch acht Stunden direkte Sonne pro Tag sind Pflicht für eine prächtige Entwicklung.
Zuviel des Guten: Überdüngung schadet mehr
Viele Gartenfreunde meinen es gut und versorgen ihre Pflanzen reichlich mit Dünger. Beim Lavendel bewirkt man damit jedoch das Gegenteil. In seiner Heimat wächst er auf kargen Böden, und genau daran ist er angepasst. Eine übermäßige Nährstoffzufuhr, insbesondere mit Stickstoff, führt zu einem schnellen, aber weichen und instabilen Wachstum. Diese Triebe sind anfällig für Blattläuse und überstehen den Winter deutlich schlechter, da sie nicht richtig ausreifen können. Eine kleine Gabe Kompost im Frühjahr oder ein sehr sparsam dosierter Staudendünger reicht vollkommen aus.
Falscher Mulch: Warum Rindenmulch ein Problem ist
Rindenmulch ist im Garten beliebt, um Unkraut zu unterdrücken und die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Für Lavendel ist er jedoch denkbar ungeeignet, und zwar aus zwei Gründen. Erstens speichert er Feuchtigkeit an der Erdoberfläche, was die Gefahr von Fäulnis am Wurzelhals erhöht. Zweitens zersetzt sich Rindenmulch langsam und gibt dabei Gerbsäuren ab, die den Boden versauern. Das ist genau das Gegenteil von dem, was Lavendel bevorzugt.
Bessere Alternativen für Lavendel
Wenn Sie den Boden um Ihren Lavendel abdecken möchten, verwenden Sie mineralische Materialien. Eine Schicht aus hellem Kies, Splitt oder Kalkschotter sieht nicht nur mediterran aus, sondern speichert auch die Tageswärme und hält den Wurzelbereich trocken und warm. Dies kommt auch vielen anderen Sonnenanbetern wie etwa Ziergräsern zugute.
Falscher Schnitt: Ein häufiger Grund für Verholzung
Ein korrekter Schnitt ist entscheidend, damit Ihr Lavendel kompakt bleibt und nicht von unten verkahlt. Der größte Fehler ist ein starker Rückschnitt ins alte Holz oder ein radikaler Schnitt im späten Herbst. Schneiden Sie im Herbst zu tief, kann die Pflanze die Wunden vor dem Winter nicht mehr schließen. Frost und Feuchtigkeit dringen ein und können die ganze Pflanze schädigen. Schneiden Sie nie weiter als bis zu dem Punkt, an dem noch kleine Blätter oder Triebe zu sehen sind.
Der richtige Zeitpunkt für den Hauptschnitt ist das Frühjahr, sobald keine strengen Fröste mehr zu erwarten sind. Kürzen Sie die Pflanze dann um etwa ein bis zwei Drittel ein. Ein zweiter, leichterer Schnitt direkt nach der Blüte fördert die Kompaktheit und verhindert, dass die Pflanze ihre ganze Kraft in die Samenbildung steckt. Diese Pflegeregeln gelten übrigens für viele andere Stauden ebenfalls.
Symptome erkennen: Die Sprache Ihres Lavendels
Ihr Lavendel zeigt Ihnen recht deutlich, wenn ihm etwas nicht gefällt. Achten Sie auf diese Anzeichen:
- Gelbe Blätter: Meist ein klares Zeichen für zu viel Wasser und beginnende Wurzelfäule.
- Kahle, holzige Basis: Ein typisches Resultat von ausbleibendem oder falschem Rückschnitt über mehrere Jahre.
- Spärliche oder keine Blüte: Oft ein Hinweis auf zu wenig Sonnenlicht oder einen zu radikalen Frühjahrsschnitt.
- Braune Triebspitzen: Kann ein Frostschaden sein, besonders nach einem späten Schnitt im Herbst.
Indem Sie diese häufigen Fehler vermeiden, schaffen Sie die besten Voraussetzungen für einen gesunden, langlebigen und traumhaft blühenden Lavendel. Eine gute Grundlage ist eine kräftige Pflanze, wie Sie sie bei uns direkt aus der Gärtnerei bekommen, zusammen mit anderen robusten mediterranen Pflanzen für Ihr Urlaubsgefühl zu Hause.