Ziergras richtig pflegen: Der Experten-Leitfaden für das ganze Jahr
Fragen Sie sich, wie Sie Ihre Ziergräser richtig pflegen, damit sie Jahr für Jahr ihre volle Pracht entfalten? Vielleicht sind Sie unsicher, wann der beste Zeitpunkt für den Schnitt oder die Düngung ist. Mit unserer jahrelangen Erfahrung aus der eigenen Gärtnerei zeigen wir Ihnen, dass die Pflege von Ziergräsern erstaunlich unkompliziert ist, wenn man einige grundlegende Regeln beachtet.
Die Grundlage für gesunde Gräser: Standort wählen und richtig pflanzen
Eine gute Pflege beginnt schon vor dem ersten Schnitt. Die richtige Basis ist entscheidend für gesunde und pflegeleichte Ziergräser. Wenn eine Pflanze sich an ihrem Standort wohlfühlt, ist sie robuster gegenüber Trockenheit und Krankheiten und benötigt deutlich weniger Aufmerksamkeit.
Den idealen Standort finden
Die meisten Ziergräser sind Sonnenanbeter. Sie lieben offene, sonnige Plätze mit einem gut durchlässigen Boden. Staunässe ist der größte Feind fast aller Gräserarten und sollte unbedingt vermieden werden. Einige Arten, wie zum Beispiel viele Seggen (Carex) oder die Japan-Waldgräser (Hakonechloa), kommen aber auch im Halbschatten oder sogar im Schatten wunderbar zurecht. Werfen Sie vor dem Kauf immer einen Blick auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Sorte. Ein lockerer, sandiger bis humoser Boden ist in den meisten Fällen ideal.
So pflanzen Sie Ziergräser korrekt
Die beste Pflanzzeit für Ziergräser ist das Frühjahr. So haben die Pflanzen genügend Zeit, bis zum Winter gut einzuwurzeln. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß ist wie der Wurzelballen. Lockern Sie den Boden am Grund des Lochs gut auf und mischen Sie bei Bedarf etwas Sand unter, um die Drainage zu verbessern. Setzen Sie die Pflanze so ein, dass die Oberkante des Wurzelballens bündig mit dem Erdboden abschließt. Füllen Sie das Loch mit Erde, drücken Sie diese leicht an und wässern Sie die Pflanze anschließend kräftig.
Der richtige Schnitt: Wann und wie Sie Ziergräser schneiden müssen
Der Rückschnitt ist wohl der wichtigste und zugleich am häufigsten falsch gemachte Teil der Ziergraspflege. Die entscheidende Frage ist hierbei: Handelt es sich um ein sommergrünes oder ein immergrünes Gras? Davon hängt die gesamte Vorgehensweise ab.
Regel Nr. 1: Sommergrüne Gräser im Frühjahr zurückschneiden
Sommergrüne Gräser wie das Chinaschilf (Miscanthus) oder das Lampenputzergras (Pennisetum) sterben im Herbst oberirdisch ab. Ihre Halme werden trocken und verfärben sich. Schneiden Sie diese trockenen Halme aber auf keinen Fall im Herbst ab! Sie sind nicht nur im Winter ein wunderschöner Anblick, sondern dienen der Pflanze auch als effektiver Schutz vor Frost und Nässe. Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt ist das zeitige Frühjahr, etwa Ende Februar oder Anfang März, kurz bevor die neuen Triebe aus dem Boden sprießen. Schneiden Sie dann alle alten Halme beherzt etwa eine Handbreit über dem Boden ab.
Regel Nr. 2: Immergrüne Gräser nur auskämmen
Immergrüne oder wintergrüne Gräser, wie der Blauschwingel (Festuca glauca) oder die meisten Seggen (Carex), behalten ihre Blätter auch im Winter. Diese Gräser benötigen keinen radikalen Rückschnitt. Ein solcher würde die Pflanze sogar schädigen. Stattdessen "putzen" Sie diese Gräser im Frühjahr lediglich aus. Fahren Sie dazu vorsichtig mit den Fingern oder einem kleinen Rechen durch die Blattschöpfe und zupfen oder kämmen Sie die alten, braunen und vertrockneten Blätter heraus. Das genügt vollkommen, um Platz für neues Wachstum zu schaffen.
Häufige Fehler beim Schneiden vermeiden
Der mit Abstand häufigste Fehler ist der bereits erwähnte Schnitt im Herbst. Wenn Sie die schützenden Halme vor dem Winter entfernen, kann Nässe in das Herz der Pflanze eindringen und Fäulnis verursachen. Die Pflanze ist dem Frost dann schutzlos ausgeliefert. Warten Sie also immer bis zum Frühjahr. Ein weiterer Fehler ist es, immergrüne Gräser wie sommergrüne zu behandeln und komplett abzuschneiden. Dies führt zu unschönen Schnittstellen und schwächt die Pflanze nachhaltig.
Wasser und Nährstoffe: Richtig gießen und düngen
Haben Sie den richtigen Standort gewählt, sind Ziergräser erfreulich anspruchslos, was Wasser und Nährstoffe betrifft. Hier gilt eindeutig der Grundsatz: Weniger ist mehr.
Gießen: Wie oft und wie viel?
Frisch gepflanzte Gräser benötigen in den ersten Wochen regelmäßige Wassergaben, um gut anwachsen zu können. Einmal etabliert, kommen die meisten Arten aber erstaunlich gut mit Trockenheit zurecht. Gießen Sie nur bei langanhaltender Trockenheit durchdringend, anstatt täglich nur ein wenig zu wässern. Lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben immer gut abtrocknen. Das Wichtigste ist, Staunässe zu verhindern, denn nasse Füße vertragen die wenigsten Gräser.
Düngen: Weniger ist oft mehr
Ziergräser sind Schwachzehrer. Sie sind an karge Böden gewöhnt und eine übermäßige Düngung schadet ihnen mehr, als sie nützt. Zu viele Nährstoffe führen zu weichen, instabilen Halmen, die leicht umknicken. Eine kleine Gabe Kompost oder organischer Dünger im Frühjahr, leicht in den Boden eingearbeitet, ist für die meisten Arten vollkommen ausreichend. Das fördert den Neuaustrieb, ohne die Pflanze zu überversorgen.
Sicher durch den Winter: Schutz vor Frost und Nässe
Mit der richtigen Vorbereitung bringen Sie Ihre Ziergräser problemlos durch die kalte Jahreszeit. Der wichtigste Schutz ist, wie bereits erwähnt, das Stehenlassen der alten Halme.
Hohe Gräser zusammenbinden
Bei hohen Gräsern wie dem Pampasgras (Cortaderia) hat es sich bewährt, die trockenen Blattschöpfe im Spätherbst zusammenzubinden. Verwenden Sie dazu eine stabile Kordel. Das sieht nicht nur dekorativ aus, sondern verhindert vor allem, dass Regen und Schnee tief in das Herz der Pflanze eindringen. So beugen Sie Fäulnis effektiv vor.
Winterschutz für den Wurzelbereich
Bei sehr jungen oder empfindlichen Gräsern kann in rauen Lagen ein zusätzlicher Winterschutz sinnvoll sein. Decken Sie den Wurzelbereich einfach mit einer Schicht Laub, Reisig oder Tannenzweigen ab. Dieser Schutz wird im Frühjahr nach dem Rückschnitt wieder entfernt.
Ziergräser vermehren durch Teilen
Wenn Ihre Ziergräser nach einigen Jahren in der Mitte kahl werden oder einfach zu groß geworden sind, können Sie sie ganz einfach durch Teilung verjüngen und vermehren. Der beste Zeitpunkt dafür ist ebenfalls das Frühjahr. Graben Sie den gesamten Wurzelballen aus und teilen Sie ihn mit einem scharfen Spaten oder einem Messer in mehrere Stücke. Jedes Teilstück sollte über ausreichend Wurzeln und Triebe verfügen. Die Teilstücke können Sie dann an einem neuen Standort wieder einpflanzen.
Finden Sie das passende Ziergras für Ihren Garten
Ziergräser bieten eine unglaubliche Vielfalt an Formen, Farben und Größen. Ob als eleganter Solitär, in Kombination mit blühenden Stauden, als pflegeleichter Bodendecker oder als moderner Sichtschutz – für jede Gartensituation gibt es das passende Gras. Entdecken Sie in unserem Sortiment die Vielfalt und finden Sie die perfekten Ziergräser für Ihren Garten, die mit der richtigen Pflege über viele Jahre Freude bereiten.
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