Auf welche Bodendecker Sie im Garten besser verzichten sollten
Suchen Sie den perfekten Bodendecker für einen pflegeleichten Garten? Und möchten Sie dabei typische Fehler vermeiden, die später unnötig viel Arbeit verursachen? Die richtige Pflanzenauswahl ist entscheidend, denn einige Bodendecker entwickeln sich im Laufe der Zeit zu einem echten Ärgernis.
Warum die Wahl des richtigen Bodendeckers entscheidend ist
Ein guter Bodendecker unterdrückt Unkraut, schützt den Boden vor Austrocknung und schafft eine dichte, grüne Fläche. Doch nicht jede Pflanze, die schnell wächst, ist auch eine gute Wahl. Einige Arten breiten sich so aggressiv aus, dass sie nicht nur pflegeintensiv werden, sondern den gesamten Garten aus dem Gleichgewicht bringen können.
Die Risiken unkontrolliert wachsender Pflanzen
Das eigentliche Problem bei bestimmten Bodendeckern ist ihr unbändiger Ausbreitungsdrang. Sie bilden unterirdische Ausläufer (Rhizome) oder lange, oberirdische Triebe, die sich überall neu verwurzeln. Das Ergebnis: Sie wachsen in Rasenflächen hinein, unterwandern Terrassenplatten, verdrängen mühsam gepflanzte Stauden und machen auch vor dem Nachbargrundstück nicht halt. Einmal etabliert, ist die Entfernung oft eine mühsame und langwierige Arbeit.
Merkmale eines guten, pflegeleichten Bodendeckers
Ein idealer Bodendecker bildet einen dichten Teppich, bleibt dabei aber gut kontrollierbar. Er passt sich dem Standort an, ohne andere Pflanzen zu dominieren. Viele gute Bodendecker bieten zudem einen ökologischen Mehrwert, indem sie Bienen und anderen Insekten Nahrung bieten. Sie sind robust, benötigen wenig Pflege und sehen über viele Monate attraktiv aus.
Diese 4 Bodendecker können schnell zum Problem werden
Einige Pflanzen sind berüchtigt für ihre Wuchskraft. Auch wenn sie anfangs wie eine schnelle Lösung wirken, sollten Sie bei den folgenden Arten besonders vorsichtig sein.
1. Giersch (Aegopodium podagraria): Nahezu unmöglich zu entfernen
Giersch wird manchmal als robuster Bodendecker für schwierige Ecken angepriesen. Das ist ein fataler Fehler. Seine weißen, unterirdischen Rhizome breiten sich rasant aus und jedes kleinste Wurzelstück, das im Boden verbleibt, treibt neu aus. Wer Giersch einmal im Garten hat, wird ihn oft nur mit jahrelanger Mühe wieder los.
2. Efeu (Hedera helix): Schäden an Mauern und Bäumen
Als Bodendecker im tiefen Schatten kann Efeu eine Lösung sein. Problematisch wird es jedoch, sobald er beginnt zu klettern. Seine Haftwurzeln dringen in Mauerfugen ein und können Fassaden beschädigen. An Bäumen konkurriert er um Licht und Nährstoffe und kann die Rinde schädigen. Im Garten breitet er sich teppichartig aus und überwuchert alles, was ihm im Weg steht.
3. Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): Dominant und ökologisch umstritten
Während der Kirschlorbeer eine beliebte Heckenpflanze ist, ist er als flächiger Bodendecker keine gute Idee. Er wächst extrem dicht und lässt durch sein immergrünes Laub kaum Licht auf den Boden. Dadurch erstickt er jegliches andere Pflanzenleben. Zudem wird er ökologisch kritisch gesehen, da er für die heimische Insektenwelt kaum einen Nutzen bietet.
4. Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Verdrängt andere Stauden
Mit seinen leuchtend gelben Blüten sieht das Pfennigkraut auf den ersten Blick sehr attraktiv aus. Es bildet jedoch in kürzester Zeit lange Triebe, die sich an den Blattknoten neu verwurzeln. Dieser dichte Filz überwuchert kleinere und empfindlichere Stauden und Gräser vollständig. In einem Staudenbeet kann es so schnell die Oberhand gewinnen und die gewünschte Vielfalt zerstören.
Die bessere Wahl: Empfehlenswerte Bodendecker für Ihren Garten
Glücklicherweise gibt es eine große Auswahl an hervorragenden Alternativen, die Ihren Garten bereichern, ohne ihn zu übernehmen. Die richtige Wahl hängt vor allem von den Lichtverhältnissen an der Pflanzstelle ab.
Für sonnige Standorte: Robust, blühfreudig und insektenfreundlich
Sonnige Flächen, oft mit trockenerem Boden, sind ideal für robuste und blühende Bodendecker. Sie sind nicht nur pflegeleicht, sondern auch ein Paradies für Bienen und Schmetterlinge. Gute Alternativen sind:
- Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum): Bildet dichte, aber kompakte Horste und blüht über viele Wochen. Er ist extrem robust und kommt gut mit Trockenheit zurecht.
- Sand-Thymian (Thymus serpyllum): Ein duftender, trittfester Bodendecker, der im Sommer unzählige rosa-violette Blüten bildet. Perfekt für Steingärten und sonnige Hänge.
- Teppich-Fetthenne (Sedum): Es gibt viele flach wachsende Sedum-Arten, die in der vollen Sonne prächtig gedeihen und mit sehr wenig Wasser auskommen.
Für schattige Lagen: Dichte Teppiche, wo sonst wenig wächst
Unter Bäumen oder auf der Nordseite des Hauses fühlen sich viele Pflanzen nicht wohl. Hier spielen schattenverträgliche Bodendecker ihre Stärken aus. Sie sorgen für ein sattes Grün an Stellen, die sonst kahl bleiben würden.
- Golderdbeere (Waldsteinia ternata): Ein Klassiker für den Schatten. Sie bildet mit ihren dreiteiligen, erdbeerähnlichen Blättern schnell einen dichten, immergrünen Teppich und überrascht im Frühling mit gelben Blüten.
- Kleines Immergrün (Vinca minor): Diese Pflanze ist sehr robust und bildet ebenfalls einen dichten Teppich. Sie ist ideal, um größere Flächen unter Gehölzen zu begrünen und blüht im Frühling hübsch blau oder weiß.
- Elfenblume (Epimedium): Elfenblumen sind elegante Bodendecker mit zartem Laub und filigranen Blüten. Sie sind langlebig, pflegeleicht und kommen bestens mit Wurzeldruck von Bäumen klar.
Fazit: Mit vorausschauender Planung zu einem pflegeleichten Garten
Die Entscheidung gegen stark wuchernde Bodendecker ist eine Investition in die Zukunft Ihres Gartens. Nehmen Sie sich kurz Zeit für die Planung und wählen Sie eine Pflanze, die zu Ihrem Standort passt und kontrollierbar bleibt. So schaffen Sie eine pflegeleichte, dichte Grünfläche, an der Sie viele Jahre lang Freude haben werden, anstatt gegen sie ankämpfen zu müssen.