Eignen sich Farne als Bodendecker? Der komplette Ratgeber
Fragen Sie sich, ob Farne als Bodendecker eine gute Wahl für Ihren Garten sind? Suchen Sie nach einer natürlichen und pflegeleichten Lösung für schattige Ecken? Die kurze Antwort lautet: Ja, Farne sind eine ausgezeichnete Wahl, um kahle Stellen unter Bäumen oder an schattigen Mauern in einen grünen Teppich zu verwandeln, vorausgesetzt der Standort stimmt.
Die Vorteile von Farnen als Bodendecker
Farne bringen eine ganz besondere Atmosphäre in den Garten. Sie wirken ursprünglich, beruhigend und verbinden verschiedene Gartenelemente auf natürliche Weise. Doch ihre Eignung als Bodendecker geht weit über die reine Optik hinaus.
Natürliche Optik und Struktur
Der vielleicht größte Reiz liegt in ihrer ursprünglichen, fast waldähnlichen Anmutung. Die fein gefiederten Wedel schaffen eine weiche, texturierte Oberfläche, die das ganze Jahr über interessant aussieht. Sie bringen Bewegung und Leichtigkeit in sonst oft starre und dunkle Gartenbereiche.
Pflegeleicht und robust
Einmal am richtigen Standort etabliert, sind die meisten bodendeckenden Farne äußerst robust und benötigen kaum Aufmerksamkeit. Sie kommen ohne aufwendigen Schnitt aus und sind selten von Krankheiten oder Schädlingen betroffen. Das macht sie zur idealen Wahl für Gärtner, die mehr genießen und weniger arbeiten möchten.
Effektive Unkrautunterdrückung
Geeignete Farnarten bilden mit der Zeit einen dichten, geschlossenen Teppich aus Blättern und Wurzeln. Dieser Teppich ist so dicht, dass Unkrautsamen kaum Licht zum Keimen finden und bestehendes Unkraut verdrängt wird. Das spart Ihnen auf lange Sicht viel mühsames Jäten.
Die ideale Lösung für Schattenplätze
Viele Gartenbesitzer kennen das Problem: Was pflanzt man an jene Stellen, an die kaum ein Sonnenstrahl dringt? Farne sind hier die natürlichen Spezialisten. Sie gedeihen prächtig im Halb- oder Vollschatten, wo die meisten anderen Pflanzen eingehen würden, und verwandeln Problemzonen in grüne Oasen.
Mögliche Nachteile und was Sie beachten sollten
Bei aller Begeisterung für Farne gibt es einige Aspekte, die Sie kennen sollten, bevor Sie Ihren Garten in ein Farnparadies verwandeln. Mit der richtigen Planung lassen sich diese Punkte jedoch leicht handhaben.
Nicht alle Farnarten sind geeignet
Der Begriff "Farn" umfasst tausende Arten. Nicht jede davon eignet sich als Bodendecker. Einige wachsen streng aufrecht, andere werden viel zu hoch. Die Kunst liegt darin, niedrigbleibende und ausläuferbildende Arten auszuwählen, die von Natur aus in die Breite wachsen.
Ausbreitungsdrang einiger Sorten
Einige Farne, wie der bekannte Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris), können sich durch Wurzelausläufer sehr stark ausbreiten. In einem großen, naturnahen Garten kann das erwünscht sein, in einem kleinen, klar strukturierten Beet kann es jedoch schnell zu viel werden. Achten Sie daher auf die Wuchseigenschaften der gewählten Sorte.
Meist nicht wintergrün
Die Mehrheit der bei uns heimischen Farne ist sommergrün. Das bedeutet, ihre Wedel ziehen sich im Spätherbst zurück und treiben im Frühjahr neu aus. Der Boden ist im Winter also nicht bedeckt. Wenn Ihnen ein ganzjähriger Sichtschutz wichtig ist, sollten Sie gezielt nach immergrünen Arten Ausschau halten.
Spezifische Ansprüche an den Boden
Farne sind keine Alleskönner. Sie haben eine klare Vorliebe für humusreiche, lockere und gleichmäßig feuchte Böden. Auf schweren, lehmigen oder sehr trockenen, sandigen Böden werden sie sich schwertun. Eine gute Bodenvorbereitung ist daher entscheidend für den Erfolg.
Die besten Farnarten für eine dichte Bodenbedeckung
Die Wahl der richtigen Art ist der Schlüssel zum Erfolg. Wir haben in unserer Gärtnerei über Jahre hinweg Erfahrungen gesammelt und stellen Ihnen hier einige der zuverlässigsten und schönsten Farne für die Flächenbegrünung vor.
Immergrüne Bodendeckerfarne: Polystichum (Schildfarn)
Wenn Sie auch im Winter eine grüne Fläche wünschen, sind Schildfarne eine hervorragende Wahl. Sorten wie der Weiche Schildfarn (Polystichum setiferum) bilden dichte, überhängende Horste mit dunkelgrünen, robusten Wedeln. Sie sind extrem winterhart und sorgen ganzjährig für Struktur.
Robuste und flächendeckende Sorten: Dryopteris (Wurmfarn)
Die Wurmfarne sind wahre Problemlöser für schattige Bereiche. Insbesondere der Gewöhnliche Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) ist anpassungsfähig und bildet mit der Zeit stattliche Bestände. Er ist zwar nicht komplett wintergrün, seine alten Wedel bieten aber oft bis ins Frühjahr hinein einen gewissen Schutz.
Zierliche Farne für kleinere Flächen: Asplenium (Streifenfarn)
Für kleinere Nischen, Steingärten oder die Bepflanzung von Fugen eignet sich der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium). Seine ungeteilten, glänzend grünen und ledrigen Wedel sind ein besonderer Blickfang und bleiben ebenfalls im Winter erhalten.
Niedrigbleibende Teppichbildner: Blechnum (Rippenfarn)
Der Gewöhnliche Rippenfarn (Blechnum spicant) ist ideal, wenn Sie einen sehr niedrigen, dichten Teppich schaffen möchten. Er bildet zwei Arten von Wedeln: sterile, wintergrüne Wedel, die flach am Boden liegen, und aufrechte, sommerliche Wedel, die die Sporen tragen.
Der ideale Standort: So gedeihen Ihre Bodendeckerfarne
Um die volle Pracht Ihrer Farne zu erleben, ist die Wahl des richtigen Platzes entscheidend. Orientieren Sie sich einfach an ihrem natürlichen Lebensraum: dem Waldboden.
Lichtverhältnisse: Schatten bis Halbschatten
Der perfekte Ort für einen Farnteppich ist unter lichten Laubbäumen, an der Nordseite eines Hauses oder in einem schattigen Innenhof. Direkte Mittagssonne vertragen die meisten Arten nicht; ihre zarten Wedel würden verbrennen. Etwas Morgen- oder Abendsonne wird jedoch toleriert.
Bodenbeschaffenheit: Humos und feuchtigkeitsspeichernd
Farne lieben einen Boden, der reich an organischem Material ist, wie Laubkompost oder Rindenhumus. Dieser speichert Feuchtigkeit, ohne dass Staunässe entsteht. Vor dem Pflanzen lohnt es sich, schweren Boden mit Sand und Kompost aufzulockern und armen Sandboden mit reichlich Humus anzureichern.
Pflanz- und Pflegetipps für einen dichten Farnteppich
Mit wenigen Handgriffen sorgen Sie dafür, dass Ihre Farne schnell anwachsen und eine geschlossene Decke bilden.
Die richtige Pflanzzeit und der Pflanzabstand
Die beste Zeit zum Pflanzen ist das Frühjahr oder der Herbst. So haben die Pflanzen genügend Zeit, vor dem Sommerstress oder dem Wintereinbruch gut einzuwurzeln. Halten Sie je nach Sorte einen Pflanzabstand von 30 bis 50 cm ein. Es mag anfangs kahl aussehen, doch die Pflanzen füllen die Lücken erstaunlich schnell.
Wässern und Düngen
Besonders im ersten Jahr nach der Pflanzung ist regelmäßiges Gießen wichtig. Ist der Farnteppich einmal etabliert, muss nur noch in langen Trockenperioden gewässert werden. Eine jährliche Gabe Kompost im Frühjahr genügt als Düngung vollkommen aus.
Rückschnitt und Winterpflege
Hier ist die gute Nachricht: Ein echter Rückschnitt ist meist nicht nötig. Bei sommergrünen Arten können Sie die vertrockneten Wedel im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr einfach abschneiden. Das alte Laub dient über den Winter als natürlicher Schutz für die Pflanze.
Fazit: Farne sind eine exzellente Wahl für den richtigen Platz
Zusammenfassend lässt sich sagen: Farne sind keine Alleskönner für jeden Gartenbereich, aber für den richtigen Standort sind sie eine unschlagbare, stilvolle und äußerst pflegeleichte Lösung. Wenn Sie eine schattige, feuchte Ecke in eine grüne, lebendige Fläche verwandeln möchten, die an einen Waldspaziergang erinnert, dann liegen Sie mit den passenden Farnarten goldrichtig. Sie unterdrücken Unkraut, benötigen kaum Pflege und bringen eine einzigartige Textur in Ihren Garten.
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